|
| Themenliste Literatur |
 |
Innovationsmanagement |
Innovation hat u.a. auch etwas mit Kreativität zu tun, deshalb finden Sie hier Bücher rund um all das, was neu ist - und wie man Neues findet. |
Der erste Eindruck ist ernüchternd. Ein Handbuch über Kreativität und so strukturiert... Zwei Kapitel öffnen den kreativen Methodenkoffer, zwei weitere widmen sich dem "kreativollen Alltag", um schließlich über die Struktur eines Kreativitätsseminars zu den Zugaben zu gelangen.
Der Methodenkoffer beinhaltet 30 Kreativmethoden, die nicht neu, aber gut dargestellt sind. Von der Wie-Kaskade über Ishikawa-Diagrammm, Mindmapping, Brainstorming und andere bekannte Methoden erstreckt sich das Repertoire. Und dennoch gibt es Neues in der Darstellung. Weidenmann stellt sehr strukturiert jede Methode vor und geht dabei auf wesentliche Aspekte ein, die in anderen Übersichten fehlen: Natürlich gehört das "So geht’s" dazu und auch Beispiele helfen, die Methode zu verstehen. Hilfreich in der Entscheidung zur Nutzung sind die persönlichen Anmerkungen des Autors zur Wirkung der Methode und seine Wertungen, was die jeweilige Methode gut oder eben nicht so gut kann. Als profunder Kenner der Szene erweist sich Weidenmann, wenn er spezielle Tipps gibt. Einfach nur gut. Zum bekannten Brainstorming merkt er beispielsweise an, dass Musikuntermalung den kreativen Prozess befördert, natürlich nur dezente Instrumentalmusik. Oder dass auch mal eine Phase der Stille ausgehalten werden muss, denn wer diese Methode zu früh beendet, gibt dem Nachdenken nicht ausreichend Raum.
Das zweite Kapitel des Methodenkoffers bietet Übungen, und zwar reichlich: Nie mehr Single, Glücks-TV oder Fastfood heißen drei der sieben Themen, die mit Hilfe der kennengelernten Kreativmethoden erarbeitet werden können/sollen. Besonders erfolgreich werden die geübt, wenn der Leser sie in einer Lerngruppe bearbeitet. Natürlich gibt es eine Auflösung der Aufgaben, aber nur eine mögliche, wie könnte es auch anders sein, wenn es um Kreativität geht.
Noch mehr Übung in Kreativität erlangt der Anwender dieses Buches, wenn er den Tipps für einen kreativollen Alltag folgt. So wird vorgeschlagen, sich einen K-Kalender zu schaffen, der einem für jeden Tag eines Monats etwas Kreatives abverlangt. Beispiele dafür werden zwar genannt, sollen aber nur zu eigener Kreativität anregen. So könnte man an eben jenem K-Tag mal darauf verzichten, etwas aus dem Kühlschrank zu essen, oder mal einen Tag lang keinen Strom zu verbrauchen. Da muss man schon ganz schön kreativ sein, wenn das geschafft werden soll. Man wundert sich ein wenig, was das mit Kreativität im beruflichen Kontext zu tun haben soll, doch Weidenmann klärt auf: Das spielerische Experimentieren hilft dabei, die gewohnten Bahnen zu verlassen. So gelingt es langsam, kreativer zu werden.
In dem Zusammenhang listet der Autor die positiven Nebenwirkungen des Kreativmedikaments auf. Und dazu gehört:
- Zielerreichung
- Konfliktlösung
- Stressbewältigung
- Heilung von Beziehungskrisen
- Neuorientierung
- Leben lernen mit Schicksalsschlägen
- Verhaltensänderung
- einen Job finden
- sich weiterentwickeln
- ein neues Produkt erfinden
- Langeweile vertreiben
Natürlich würde das nicht reichen, um einem Handbuch gerecht zu werden, und so folgen weitere Vorschläge, die eigene Kreativität als Persönlichkeitsmerkmal zu trainieren: Kreatives Schreiben und Braintraining gehören mit dazu.
Weiter geht’s mit einem sehr speziellen Kapitel für Trainer, die selber Kreativseminare anbieten. Logisch eigentlich, dass dazu eine besondere Dramaturgie gehören sollte. In acht Modulen wird auf wenigen Seiten ein mögliches Kreativseminar vorgestellt.
Bevor in den "Zugaben" mehr oder weniger nützliche Randbemerkungen zur Kreativität gegeben werden - z.B. dass Kreative sexy sind - begründet Weidenmann seinen Verzicht auf eine Literaturliste: Die Suchmaschine hilft ja auch und wirklich schlechte Bücher hat der Autor auch bei mehrmaligem Lesen der vielfältigen Literatur nicht gefunden. Außerdem sind zu den einzelnen Methoden auch kurze Literaturhinweise im Text aufgeführt.
Da lachen ja bekanntlich eine gute Medizin, wenn nicht sogar die beste ist, schließt das Buch damit, z.B.: Was denkt eine ältere Frau, die morgens in den Spiegel schaut? "Das geschieht ihm recht!"
(MWonline zur Verfügung gestellt von Dirk Hirsekorn, www.freiraeume-coaching.de) |
(Freiraum-Coach 10.10.2011) |
|