| Nichts Neues in der Managementliteratur |
Im Editorial des Newsletters vom 17.12.08 hatten wir geschrieben:
Die Zeitschriften müssen Seiten füllen, die Berater Veröffentlichungen nachweisen oder Marketing in
eigener Sache betreiben. Aber vielleicht darf man sich ja zum Jahreswechsel etwas wünschen. Wenn man unbedingt
den Ablauf bestimmter Prozesse zum wiederholten Mal darstellen muss, wäre es schön, dies in aller Kürze zu
tun und statt uns zu langweilen, mehr über den Erfolg bzw. den Misserfolg der Maßnahmen zu erzählen.
Marijan Kosel (22.12.2008): Bei dieser Gelegenheit, möchte ich Sie für Ihr (wie immer) gelungenes
Editorial beglückwünschen. Sie haben vollkommen Recht. Eigentlich ist schon alles über irgendwelche Ansätze
und Konzepte geschrieben worden. Ihr Kommentar hat mich dazu inspiriert künftig den Schwerpunkt weniger
darauf zu legen, wie bestimmte Instrumente und Methoden funktionieren (sollten) , sondern vielmehr, welche
Stolpersteine und Schwierigkeiten in der betrieblichen Praxis immer wieder auftreten und wie man diese
ganz konkret umgehen kann bzw. wie Unternehmen damit umgehen.
In diesem Sinne würde ich mich freuen, wenn Sie Ihren kritisch-gesunden Menschenverstand weiterhin dazu
verwenden, den "Ball flach zu halten" und die "Jubelarien" zu entlarven.
Doris Breuer-Stern (22.12.2008): In Ihrem aktuellen Newsletter sprechen Sie wichtige Dinge an: Ich erlebe es ebenso in meinem Alltag, wie Sie es beschreiben, dass
Dinge, die vor 10-20 Jahren, entwickelt wurden jetzt wieder als "neu" beschrieben werden. Ja, so ist es mit dem alten Wein... Und die neuen Schläuche sind auch nicht immer zu entdecken... Auch kommt die Zitierkunst oft ein wenig kurz..."
Jürgen Weißenrieder (22.12.2008): "Dank für die Anregungen im Editorial zu Artikeln und Büchern, die ständig
alt Bekanntes aufwärmen und keine neuen Aspekte und zusätzlichen Nutzen bringen. Wir sind gerade in
der Vorbereitung für ein neues Buch und da kam Ihr Input als Inspiration für das Design gerade richtig.
Bei der Gelegenheit wollte ich mich bei Ihnen für die guten Impulse das Jahr über bedanken. Es ist ja eben
gar nicht so einfach, die Seiten immer wieder gut zu füllen."
Wolfgang Mattern (28.12.2008): Genial, Ihr Editorial vom letzten Newsletter - eine echte Steilvorlage, das zu tun, was
schon lange anstand, nämlich den MWonline-Newsletter abzubestellen! Tue ich hiermit. Genau so ist es,wie
Sie schreiben: das, was in den sogenannten Management-Zeitschriften geschrieben wird, ist zum Gähnen
langweilig und abgestanden. Wie auch anders - die Kommunikation wird ja nicht alle Jahre neu erfunden,
das Wissen über menschliche Beziehungen nicht alle drei Jahre revolutioniert. Die Methoden, Menschen zur
Arbeit zu kriegen, sind auch nicht unendlich.
Erstaunlich allerdings, dass anscheinend viele Bezieher des Newletters dennoch bereit sind, für in
wachsender Anzahl in den Stand von "Premium-Inhalten" hochgeadelte laue Themen oder Tipps Premium-Gebühren
zu bezahlen, lauter Menschen, die befürchten, was vom Mainstream zu verpassen?
Nicht eine stärkere Auswahl der Themen scheint mir an der Reihe zu sein, sondern eine ganz andere Art
von Newsletter: eine Mischung von taz und brand eins - frech, unverblümt, die Dinge aufmischend, aufdeckend,
infragestellend, des Kaisers neue Kleider als solche benennend. Selber schreiben, anstatt Widerkäuen
von bereits Geschriebenem. Die gegenwärtige unfreiwillige Bankrotterklärung angeblich rationalen
wirtschaftlichen Handelns könnte dazu Anlass genug sein - bevor wir "the same procedure as every
five years", d.h. den nächsten Crash erleben.
Was mir wirklich gut gefällt an mw-online, sind die Buchrezensionen, die haben oft wirklich Substanz und
sind eine echte Hilfe zur Orientierung.
Danke für Ihre und Ihrer KollegInnen Arbeit der vergangenen Jahre.
Beatrice Legien-Flandergan (8.1.2009): Nichts Neues in der Management-Literatur - Wonach suchen wir? Was wollen wir denn Neues hören oder lesen? Vieles Bekannte hat eben immer noch Bestand und kann nicht häufig genug wiederholt werden. Seien wir mal ehrlich zu uns? Von dem, was wir so alles gelesen und gehört haben - was setzen wir wirklich um?
Ein Coach hat einmal auf die Frage, warum er immer wieder das Gleiche sagt, geantworte: \"Wenn du umgesetzt hast, was ich dir sage, dann können wir an einem weiteren (neuen) Bereich arbeiten. Und so lange wirst du immer wieder das gleiche von mir hören.\"
Vielleicht ist es eine schöne Anregung für das neue Jahr, zu schauen, was wir schon immer schon umsetzen wollten, aber einfach noch nicht getan haben.
Allen ein erfolgreiches und anregendes Jahr 2009.